KALM
Vorzeitige Warnungen beim Bilden von Rettungsgassen im Straßenverkehr
KALM ist ein interaktives Warnsystem für Autofahrende, das Rettungskräften helfen soll, schneller und sicherer zum Einsatzort zu kommen.
Das Projekt beschäftigt sich mit einem Problem, das im Straßenverkehr oft zu spät erkannt wird: Rettungsgassen werden nicht rechtzeitig oder falsch gebildet. Für Rettungskräfte bedeutet das verlorene Zeit. Für Autofahrende bedeutet es Stress, Unsicherheit und manchmal auch schlicht Überforderung.
Genau an dieser Schnittstelle setzt KALM an. Statt Autofahrende nur durch Blaulicht und Martinshorn zu alarmieren, schafft KALM eine ruhigere, klarere und persönlichere Kommunikation zwischen Einsatzfahrzeug und Auto.
Recherche
Um die Situation nicht nur aus der Perspektive von Autofahrenden zu betrachten, haben wir im Rahmen der Recherche auch mit einem Sanitäter gesprochen. Das war besonders wichtig, weil dadurch schnell klar wurde, dass es nicht nur um Technik geht, sondern um Sekunden, Aufmerksamkeit und verständliche Kommunikation in einer Ausnahmesituation.
Der Austausch hat uns geholfen, das Problem greifbarer zu machen: Einsatzkräfte brauchen freie Wege, Autofahrende brauchen frühzeitige Orientierung. KALM versucht, beides zusammenzubringen.
Konzept
KALM warnt Autofahrende frühzeitig, wenn sich ein Einsatzwagen nähert. Die Warnung soll auffallen, aber nicht zusätzlich stressen. Deshalb arbeitet das System mit mehreren Reizen: einem ruhigen Signalton, pulsierendem Licht, einer Vibration im Lenkrad und einer reduzierten Anzeige auf dem Display.

Ein wichtiger Teil des Konzepts ist die persönliche Ansprache. Statt einer anonymen Warnung erscheint eine Nachricht der Rettungskraft, beispielsweise dessen Name und eine persönliche Nachricht. Dadurch wird die Situation weniger abstrakt. Aus einem Einsatzfahrzeug wird wieder ein Mensch, der gerade versucht, jemandem zu helfen.

KALM gibt anschließend kurze, konkrete Handlungsanweisungen: ob ein Einsatzwagen naht und sich auf der gleichen Route befindet, wie eine Rettungsgasse gebildet werden soll und ob weitere Hilfe benötigt wird. Ziel ist es, Autofahrenden mehr Kontrolle über die Situation zu geben und Rettungskräften gleichzeitig wertvolle Zeit zu verschaffen.

Umsetzung
Prototyp
Für den Prototypen haben wir ein System aus zwei Modulen konzipiert: ein Modul im Einsatzwagen und ein Modul im Auto. Das Einsatzfahrzeug sendet Informationen zur Route und zum Einsatz an Fahrzeuge in der Nähe. Im Auto werden diese Informationen verarbeitet und über Display, Sound, Licht und Vibration ausgegeben.
Technisch arbeiteten wir mit Raspberry Pis, GPS-Modulen, einem Display, LEDs, einem Vibrationsmotor und einer webbasierten Benutzeroberfläche. Das Frontend wurde mit HTML, CSS und JavaScript umgesetzt, das Backend mit Node.js. Für den Prototypen haben wir außerdem eine Simulation der Kommunikation zwischen Einsatzwagen und Auto aufgebaut.
Gestaltung
Gestalterisch sollte KALM bewusst ruhig bleiben. Die Anwendung nutzt dunkle Flächen, klare Typografie, Blautöne als Bezug zum Blaulicht und warme Akzentfarben für Aufmerksamkeit. Das Interface ist reduziert, damit Fahrende in einer ohnehin angespannten Situation nicht mit Informationen überladen werden.








Produktvideo
- Zeitpunkt
- 3. Semester, Winter 2020
- Team
- Kitty QuachAnn-Kathrin TissenLisa Jochem
- Rolle / Verantwortung
- IdeenfindungKonzeptDesignIntegrationtechnischer Prototyp

